10.12.05: Brand Industriepark Münchsmünster
Allgemeine Lage:
Die Gemeinde Münchsmünster liegt im Nordosten des Landkreises Pfaffenhofen.
Im dortigen Industriepark (IM) haben sich vier Firmen der (petro-)chemischen Industrie angesiedelt. Unter anderem werden hier Produkte der nahegelegenen Raffinerien Vohburg und Neustadt weiterverarbeitet.
Wegen des hohen Gefahrenpotentials im Industriepark ist eine ständig besetzte Werkfeuerwehr mit der Stärke 1 / 4 vorhanden.
Es ist ein eigenes Wasserversorgungssystem mit 10 bar Druck vorhanden, aus dem Brauch- und Löschwasser entnommen wird. Das Wassersystem wird aus einem Vorratsbehälter mit einem Fassungsvermögen von 5.000 m³, sowie drei Brunnen mit einer Gesamtleistung von 12 000 l/min gespeist.
Die Firma Plastik GmbH stellt in der Polymerisationsanlage hochdichtes Polyethylen her. Der Stoff dient als Ausgangsmaterial u. a. für Kunststofffolien. Beim Herstellungsprozess wird auch das benzinähnliche Hexan als Lösungsmittel eingesetzt.
Besondere Lage:
Zeit: Samstag, der 10. Dezember 2005 um 18.15 Uhr
Wetter: - 5° Celsius, leichter Ostwind, kein Niederschlag
Nach einem reparaturbedingten Stillstand sind vier Mitarbeiter der Fa. Plastik damit beschäftigt, die Polymerisationsanlage wieder in Betrieb zu nehmen.
Aus noch ungeklärter Ursache tritt an einem Leck Hexan aus. Die Werkfeuerwehr wird benachrichtigt.
Sofort rückt die Werkfeuerwehr mit 1 ULF I mit Besatzung 1/1, 1 ULF II mit 0/1, 1 GW mit 0/1 und 1 RTW mit 0/1 zur Einsatzstelle aus. Während der Erkundung des Schadensbereiches Brand Muenchsmuenster kommt es zu einer gewaltigen Explosion mit nachfolgendem Vollbrand der Polymerisationsanlage.
Zwei Feuerwehrmänner werden von der Druckwelle erfasst, der eine wird sofort getötet, der andere verletzt. Von den betroffenen Plastik-Mitarbeitern in der Anlage erleidet einer schwere Verbrennungen, weitere drei werden leicht verletzt.
Durch die Explosion sind die Polymerisationsanlage und drei angrenzende Gebäude schwer beschädigt. Wände und Fassadenverkleidungen sind eingestürzt, dicke Metallträger verbogen und Rohrleitungen geborsten. Das Umfeld der Anlage ist mit Trümmerteilen übersät.
In einem Umkreis von ca. 500 m um die Schadensstelle sind Fensterscheiben zerstört, Türen und Tore eingedrückt und Außenfassaden beschädigt.
Das vorderste Fahrzeug (ULF I) der WF des Industrieparks Münchsmünster (IM) ist teilweise unter Trümmern begraben und brennt im Bereich des Führerhauses.
Unter hohem Druck und großer Lärmentwicklung tritt in der Polymerisationsanlage an verschiedenen Stellen Hexan aus und brennt mit meterhohen Flammen ab. Es hat sich eine Rauchwolke gebildet, die Richtung Münchsmünster und Vohburg zieht.
Um 18:17 Uhr wird die PI Pfaffenhofen durch die Werkfeuerwehr von der Explosion informiert.
Umgehend werden folgende Einheiten alarmiert:
Landkreis Pfaffenhofen:
FF Münchsmünster
20 Mann TLF 16/25, LF 16-TS
FF Vohburg 25 Mann TLF 16/25, LF 16/12, LF 8/6, DL 30
FF Geisenfeld 23 Mann LF 16/12, LF 8, DL 18/12, MZF, P 250
WF Bayernoil, Vohburg 2 Mann TLF 48/45-75
Kreisbrandinspektion
PAF mit UG-ÖEL 12 Mann
THW OV Pfaffenhofen 27 Mann GKW1, GKW 2, ELF
Rettungsdienst 150 Mann 6 x NEF, 16 RTW, 9 KTW, 4 ATW,
5 Wasserwachtfahrzeuge, 1 Hubschrauber,
darunter 9 x OrgL/LNA aus den Bereichen PAF, EI, IN, KEH, 11 sonstige Fahrzeuge
Landkreis Kelheim und Stadtgebiet Ingolstadt:
FF Neustadt 42 Mann KdoW, DLK 23-12, MZF, Wechsellader AB-Betreuung, LF16/12 CAFS, LF 16/12, RW 2, TLF 24/48, LF 16-TS
FF Abensberg 45 Mann KdoW, MZF, DLK 23-12, 2x LF 16, TLF 16, V-LKW
FF Kelheim 60 Mann KdoW, GWG, TLF 16/25, MZF, LF 16, LF 16-TS, DLK 23-12, RW 2, TLF 24/40, TLF 24/50, V-LKW
FF Siegenburg 21 Mann MZF, TLF 16/25, LF 16/12
WF BAYERNOIL,
Neustadt und Ingolstadt 8 Mann GKW1, GKW 2, ELF
Kreisinspektion KEH 6 Mann
KBR, 2KBI, 3 KBM
Unter Führung des Kreisbrandrates des Landkreises Pfaffenhofen wird eine Einsatzleitung gebildet. Sachkundige Führungskräfte des Industrieparks sind leider nicht immer verfügbar. Die Werksleitung teilt während des Einsatzes mit, dass sich in der brennenden Anlage zwei Behälter mit insgesamt ca. 100 m³ Hexan befinden. Diese müssen weiterhin intensiv gekühlt werden, um zu verhindern, dass diese bersten. Außerdem befinden sich 14 umschlossene radioaktive Strahlen (Cäsium 127 und Kobalt 60) zur Füllstandsmessung in der Anlage.
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Basiert uf einer waren begebenheit, Namen so gut wie möglich geändert. Viel Spaß dabei, ist aber echt ne harte Nuss, muss man voll Respekt vor der ganzen Logistik wie an Einsatz rangegangen ist haben.


Die Gemeinde Münchsmünster liegt im Nordosten des Landkreises Pfaffenhofen.
Die Wachen, die Firefighter99 geschrieben hat sind meines wissens nach die, die wir alarmieren können, aber die kommen nicht auf anhieb. Das geht nur über alarmstufenerhöhung
